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Die Herausforderungen für die Luft- und Raumfahrtindustrie

Noch 2019 zählte die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie ca. 81.000 direkte Mitarbeiter und erwirtschaftete einen jährlichen Umsatz von 41 Mrd. Euro. Die anhaltende Corona-Krise führte zu einem Nachfrageeinbruch über einen Zeitraum, der die anfänglichen Prognosen bei weitem überstieg. Jedoch zeichnet sich im Jahr 2022 erstmals eine deutliche Erholung im Flugverkehr im Vergleich zu den Vorjahren ab. So lag die Anzahl der europäischen Flüge im Juni 2022 83,9 % über dem Vorjahresmonat. Jedoch kämpft die Branche nun mit einem Personalmangel bei Servicekräften und im technischen Luftverkehrsbetrieb, der sich durch die Abwanderung des entsprechenden Fachpersonals während der Coronapandemie gebildet hat. Ebenso steigt der Druck auf Unternehmen in der Raumfahrtindustrie. SpaceX und BlueOrigin stoßen als neue Big Player in den Markt. Darüber hinaus sind in den vergangenen Jahren zahlreiche Start-Ups im Bereich der Raumfahrt entstanden, die etablierte Unternehmen mit neuen Geschäftsmodellen und technologischen Ansätzen unter Druck setzen. Die Referenten aus der Luft- und Raumfahrtindustrie auf dem 30. Münchner Management Kolloquium werden darüber sprechen, wie Unternehmen auf dieses variable und dynamische Wirtschaftsumfeld reagieren können und ihr Unternehmen erfolgreich für die Zukunft aufstellen können.

Die Deutsche Lufthansa AG hat in der Corona Krise, den Herausforderungen zum Trotz, ein ausgezeichnetes Krisenmanagement bewiesen. Für den Personenverkehr wurde, soweit es die politischen Beschränkungen zuließen, stets ein Reiseangebot aufrecht erhalten. Die Sparte des Güterverkehrs konnte sogar profitieren. Zudem konnte im September 2022 die Stabilisierung durch den Wirtschaftsstabilisierungsfonds der Bundesrepublik Deutschland früher als erwartet erfolgreich abgeschlossen werden. Parallel zum Krisenmanagement und dem Aufrechterhalten des Tagesgeschäfts wird die Innovation und Nachhaltigkeit im Unternehmen angetrieben. So wurde im Rahmen des Lufthansa Innovation Hub das Startup SQUAKE ausgegründet, das Logistik-, Reise- und Mobilitätsunternehmen bei Dekarbonisierung ihrer Geschäftsaktivitäten unterstützt. Weiterhin hat die Deutsche Lufthansa AG früh erkannt, dass die richtige Strategie in Bezug auf die Erfassung und Verwendung von Daten sowie zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz einen wesentlichen Beitrag zum Geschäftserfolg leisten kann. Softwarelösungen werden eingesetzt, um die Kundenzufriedenheit zu steigern und die Arbeit der Mitarbeiter zu erleichtern. Aufbauend auf den Erfahrungen im Unternehmen bietet die Sparte Lufthansa Industry Solutions Lösungen im Bereich Data Science im Format „AI as a Service“ für Mittelständler und Konzerne an. Kunden können in allen Phasen der Datenanalyse auf ein bestehendes System für ihre eigene Anwendungen zurückgreifen und zahlen nur für den Zeitraum, in dem die Leistung verwendet wird. Somit wird es auch für Unternehmen mit geringer Expertise in diesem Bereich möglich, Data Science zu nutzen.

Die Airbus SE treibt in den letzten Jahren die Entwicklung der unternehmerischen Resilienz, Innovativität und Nachhaltigkeit ihres Unternehmens stark voran. In Kooperation mit Linde, einem weltweit führenden Industriegase- und Engineering-Unternehmen, soll zur Wasserstoffinfrastruktur für Flughäfen geforscht werden und ab 2023 erste Pilotprojekte umgesetzt werden. Damit wird langfristig die Entwicklung eines emissionsfreien Flugzeugs bis 2035 angestrebt. Zudem wurde mit Airbus Protect eine neue Unternehmenseinheit aufgebaut, die Lösungen im Bereich Cybersecurity anbietet. Damit soll Unternehmen ermöglicht werden trotz einer sich schnell verändernden, komplexen Cyber-Bedrohungslandschaft neue IT-Systeme zu implementieren und immer intelligentere und datengesteuerte Produkte zu entwickeln. Weiterhin unterstützt Airbus Protect seine Kunden beim Risikomanagement und -mitigation bei der Umsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien.

Die MT Aerospace AG ist maßgeblich an den europäischen Launcher Programmen beteiligt. Mit Arbeitsanteilen von weit über 10% an den Ariane Programmen 5 und 6 beweist die MT Aerospace ihren Stellenwert in der internationalen Launcher Industrie. Neben den Launchern ist die MT Aerospace noch in den Bereichen Raumtransport, Satelliten, Flugzeugausrüstung sowie Deep-Space-Antennen, optische und Radioteleskope aktiv. Das Unternehmen liefert zudem als Partner von Boeing Bauteile für das NASA Space Launch System, die derzeit leistungsstärkste Rakete weltweit. Als Innovationstreiber ist das Unternehmen seit vielen Jahren in der Entwicklung innovativer Technologien bis hin zur Prozessreife tätig und sichert so das eigene Wachstum. Aufbauend auf langjähriger Erfahrung im Bereich der Technologieentwicklung betätigt sich die MT Aerospace AG an der Definition von Standards für den 3D-Druck in Bezug auf die gesamte Prozesskette der Technologie. Das Unternehmen leistet somit einen wesentlichen Beitrag dafür, dass die additive Fertigung großer, metallischer Komponenten für Luft- und Raumfahrt qualifiziert und im großen Rahmen einsetzbar wird.

Das Münchner Management Kolloquium bietet im März 2023 die Gelegenheit, von den Leitfiguren der Branche Lösungen zu lernen und durch die dargelegten Veränderungsprozesse und den damit einhergehenden Innovationen einen entscheidenden Beitrag für den Wirtschaftsstandort Deutschland zu leisten.

Unter anderem werden folgende Referenten aus der Luft- und Raumfahrtindustrie und der Zulieferindustrie zu den notwendigen Veränderungsprozessen referieren:

  • Sabine Klauke, Chief Technical Officer (CTO), Airbus SE
  • Hans J. Steininger, Vorstandsvorsitzender, MT Aerospace AG

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